Wesentlichkeitsanalyse

Bei der Ausrichtung unserer Nachhaltigkeitsstrategie haben wir zweierlei Aspekte im Blick: zum einen die Frage, welche Anforderungen wir an uns selbst stellen, um nachhaltig erfolgreich zu sein, zum anderen wollen wir wissen, welche Erwartungen unsere Stakeholder an uns als global tätiger Automobilkonzern haben. Zur Identifikation der Handlungsfelder, die in dieser Weise für uns und unsere Stakeholder Bedeutung haben, nutzen wir eine mehrstufige Wesentlichkeitsanalyse. G4-18, G4-26

In der Konzeption dieses Berichts orientieren wir uns an den G4-Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI). Dabei berücksichtigen wir die Prinzipien der Vollständigkeit, Kontextualisierung, Einbeziehung von Stakeholdern und Wesentlichkeit. Wesentliche Handlungsfelder sind sowohl für unsere Stakeholder als auch für unser Unternehmen wichtig. Um die Schnittmenge der nicht immer übereinstimmenden Perspektiven zu bestimmen und eine Priorisierung vorzunehmen, setzen wir eine mehrstufige Wesentlichkeitsanalyse ein. G4-18, G4-19, G4-26

Identifikation und Relevanz. Um uns ein möglichst genaues Bild von den Anliegen unserer verschiedenen Stakeholder-Gruppen zu machen, werten wir unter anderem Leserbefragungen zu diesem Bericht, Kunden- und Mitarbeiterbefragungen, Fachbereichsworkshops, Dialoge mit einzelnen Stakeholder-Gruppen sowie die Ergebnisse unserer „Daimler Sustainability Dialogues“ aus. 2014 haben wir zudem auch Fachtagungen zu aktuellen Fragestellungen, in diesem Fall zum Datenschutz und zu Sponsorings, veranstaltet, um hierüber kritische Impulse aufzunehmen und einen gesellschaftlichen Diskurs anzustoßen. Außerdem ziehen wir die Analysen unseres „News and Issues Management“ sowie unserer Forschungsgruppe „Society and Technology Research Group“ heran. G4-18, G4-26, G4-27

Für die so identifizierten Handlungsfelder gilt:

  • Sie beeinflussen unser heutiges und zukünftiges unternehmerisches Handeln.
  • Wir sind in der Lage, sie – unmittelbar oder mittelbar – zu beeinflussen.

G4-18, G4-19

Priorisierung durch offene Stakeholder-Befragung. Um innerhalb der identifizierten Handlungsfelder eine Rangfolge zu entwickeln, haben wir 2013 zum zweiten Mal eine internationale offene Stakeholder-Befragung eingesetzt. Dabei wurde keine Vorauswahl von Zielgruppen getroffen, um möglichst viele legitime Stakeholder-Interessen zu berücksichtigen. Über einen Zeitraum von etwa einem Monat konnten alle Interessierten über unsere Website www.daimler.com an der Befragung teilnehmen und die für sie wesentlichen Themen benennen und bewerten. G4-25, G4-27

Nach Abschluss der Umfrage lagen mehr als 800 Antworten vor. Bei der Auswertung ging es uns darum, der großen Bedeutung unserer primären Anspruchsgruppen (Aktionäre und Investoren, Kunden, Lieferanten, Mitarbeiter) sowie der Expertise von Nichtregierungsorganisationen besonders Rechnung zu tragen. Deswegen wurden diese Gruppen mit einem höheren Gewichtungsfaktor berücksichtigt. G4-24, G4-25

Schnittmenge materieller Themen aus Unternehmens- und Stakeholder-Sicht. In einer Wesentlichkeitsanalyse haben wir die Ergebnisse der Onlinebefragung ins Verhältnis gesetzt zu den Ergebnissen einer Befragung und Diskussion unter den Mitgliedern unserer eigenen Nachhaltigkeitsgremien sowie des gesamten Vorstands der Daimler AG. Die Entscheidungsbasis bildete in diesen internen Gremien die Diskussion darüber, welche Themen wesentliche Auswirkungen auf unser Unternehmen in sozialer, ökologischer, ethischer, menschenrechtlicher und wirtschaftlicher Hinsicht haben. In den letzten zwei Jahren wichen die Ergebnisse der internen und externen Befragungen, die unserer Wesentlichkeitsanalyse zugrunde liegen, nur geringfügig voneinander ab. Daher haben wir uns entschlossen, eine erneute Wesentlichkeitsanalyse ab jetzt nur noch alle zwei Jahre vorzunehmen. Die nächste Befragung findet demnach 2015 statt. Die Grafik zeigt die in unserer letzten Befragung 2013 bewerteten Handlungsfelder – thematisch den Verantwortungssäulen unserer Nachhaltigkeitsstrategie zugewiesen und absteigend nach Stakeholder-Prioritäten geordnet. Für die meisten Handlungsfelder gilt, dass ihre Bedeutung für unsere Stakeholder und für unser Unternehmen hoch beziehungsweise sehr hoch ist. G4-18, G4-22, G4-23, G4-26, G4-20, G4-21

Von der Analyse zur Praxis. Die Ergebnisse der Wesentlichkeitsanalyse zeigen uns, worauf wir in unserer Arbeit besonders achten müssen. So haben wir zum Beispiel im Berichtsjahr unsere Bemühungen zur Senkung des CO2-Ausstoßes unserer Fahrzeuge intensiviert und unseren Ansatz zur Achtung der Menschenrechte weiterentwickelt. Auch arbeiten wir intensiv daran, wie wir die Zufriedenheit unserer Kunden weiter verbessern können, indem wir noch genauer auf die weltweit unterschiedlichen Kundenanforderungen eingehen. Zur Überprüfung und Verbesserung unserer Attraktivität als Arbeitgeber setzen wir als Feedbackinstrument unsere weltweite Mitarbeiterbefragung ein. G4-27, G4-26

Auch für unseren jährlich stattfindenden „Daimler Sustainability Dialogue“ bildet die Wesentlichkeitsanalyse eine Richtschnur. Wir können so gezielter die Themen auswählen, die wir in den Veranstaltungen vertiefend mit Nachhaltigkeitsexperten und weiteren Stakeholdern besprechen. G4-25, G4-26

Mehr zum Stakeholder-Dialog

GRI-Materiality-Matters-Indikatoren

Wesentlichkeitsanalyse 2013/2014 G4-18, G4-19, G4-20, G4-21

Wesentliche Handlungsfelder
des Nachhaltigkeitsmanagements
Bewertung 2013/2014 (2012)
von 0 (=unwesentlich) bis 100 (=sehr wesentlich)
Verweis
Produktverantwortung Stakeholders* Unternehmen**  
Kundenzufriedenheit
87 (91)
100 (100)
 
Innovative Fahrzeug- und Antriebstechnologien
86 (91)
92 (88)
 
Mobilitätskonzepte und -services
75 (74)
79 (75)
 
Lärmemissionen (Produkt)
72 (84)
80 (78)
 
Produktionsverantwortung
Energieeffizienz und CO2-arme Produktion
83 (86)
83 (83)
 
Gewässerschutz
82 (85)
81 (75)
 
Abfall- und Ressourcenmanagement
82 (87)
80 (80)
 
Luftreinhaltung (Produktion)
80 (84)
75 (78)
 
Naturschutz, Boden und Biodiversität
79 (76)
75 (64)
 
Logistik und Mitarbeiterverkehr
75 (76)
75 (75)
 
Mitarbeiterverantwortung
Arbeitgeberattraktivität
88 (84)
93 (93)
 
Aus- und Weiterbildung
84 (87)
92 (92)
 
Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
83 (85)
88 (88)
 
Generationenmanagement
79 (77)
81 (81)
 
Mitbestimmung
78 (76)
80 (80)
 
Diversity Management
70 (69)
82 (73)
 
Ethische Verantwortung
Menschenrechte
90 (90)
92 (88)
     
Datenschutz
87 (–)
92 (–)
  
Compliance
86 (87)
92 (92)
     
Integrität
82 (87)
96 (92)
     
Managementverantwortung
Nachhaltigkeitsstrategie und -organisation
84 (88)
84 (84)
 
Transparenz in der Berichterstattung
78 (77)
83 (78)
  
Einbeziehung unserer Stakeholder
73 (76)
80 (77)
     
Mitwirkung am Politikprozess
70 (71)
75 (80)
  
Verantwortliche Geschäftspartner
Geschäftspartner-Integritätsmanagement
85 (85)
85 (88)
 
Einhaltung von Standards in der Lieferkette
84 (87)
85 (85)
 
Gesellschaftliche Verantwortung
Unterstützung gesellschaftlicher Nachhaltigkeitsinitiativen
74 (71)
73 (73)
 
Regionales Engagement an unseren Standorten
68 (76)
83 (83)
 
Überregionales Engagement für gesellschaftliche Themen
68 (60)
70 (64)
 
Unterstützung des freiwilligen Mitarbeiterengagements
67 (62)
70 (61)
 
Engagement durch eigene Stiftungsarbeit
65 (64)
66 (61)
 
Eigeninitierte Projekte
57 (60)
64 (64)
 
* Die Bewertung besonders relevanter Nachhaltigkeitsthemen für die Stakeholder-Dimension spiegelt die Ergebnisse der offenen Stakeholder-Befragung wider.
** Die Bewertung besonders relevanter Nachhaltigkeitsthemen für die Unternehmensdimension spiegelt die Beurteilung durch Daimler wider (Vorstand, Sustainability Board, Sustainability Office).