Compliance

Compliance ist ein unverzichtbarer Teil der Integritätskultur bei Daimler. Für uns ist es selbstverständlich, dass wir uns an alle relevanten Gesetze, freiwilligen Selbstverpflichtungen und internen Regelungen halten sowie nach ethischen Grundsätzen handeln. Oberste Priorität hat für uns, alle geltenden Anti-Korruptionsvorschriften einzuhalten sowie einen fairen Wettbewerb zu wahren und zu fördern. Dies haben wir in unserer Richtlinie für integres Verhalten verbindlich festgeschrieben. Integrität und Compliance möchten wir nachhaltig als feste Bestandteile in unserer Wertschöpfungskette verankern.

Compliance Management System (CMS) als Fundament. Unser CMS ist an nationalen und internationalen Standards ausgerichtet und unterstützt uns dabei, regelkonformes Verhalten in unserem Tagesgeschäft sicherzustellen. Wir überprüfen die Wirksamkeit des Systems kontinuierlich, auch durch unsere interne Revision, und passen es an weltweite Entwicklungen, veränderte Risiken sowie neue rechtliche Anforderungen an. Damit verbessern wir kontinuierlich seine Effizienz und Effektivität. So haben wir 2014 neue Prozesse zur Prüfung und Beachtung internationaler Sanktionen entwickelt und die Maßnahmen zur Geldwäscheprävention im Güterhandel und zur Vermeidung von Terrorismusfinanzierung erweitert.

Vermeidung von Geldwäsche und Verhinderung von Terrorismusfinanzierung. Mit dem Ziel, die konzernweite Geldwäscheprävention im Güterhandel weiter zu verbessern, haben wir die weltweit steigenden Anforderungen in verschiedenen Ländern untersucht und weitergehende Maßnahmen eingeleitet. Dazu trat zum 1. August 2014 die „Anti-Geldwäsche-Richtlinie“ weltweit in Kraft. Sie ist Grundlage für die konzernweite Einhaltung der jeweiligen nationalen gesetzlichen Vorgaben. Ein Center of Competence unterstützt den Chief Compliance Officer in seiner Funktion als Geldwäschebeauftragter der Daimler AG bei der zentralen Steuerung, Beratung und Koordination der Geldwäschepräventionsmaßnahmen im Bereich Güterhandel.

Prüfung von Sanktionslisten. Beschränkungen im Kapital- und Warenverkehr sind auf internationaler wie europäischer Ebene ein Mittel internationaler Politik. Die Daimler AG trägt in angemessener Weise dafür Sorge, dass die sanktionsrechtlichen Vorgaben des Gesetzgebers berücksichtigt werden. Zur effektiven und effizienten Umsetzung haben wir einen systemgestützten, weltweit einheitlichen Prozess zur Umsetzung dieser Anforderungen eingeführt, der eine Implementierungsphase vorsieht.

Analyse von Compliance-Risiken. Auch 2014 haben wir wieder eine systematische Risikoanalyse aller Geschäftseinheiten vorgenommen. Dabei wurden sowohl qualitative als auch quantitative Indikatoren beurteilt – etwa das jeweilige Geschäftsmodell, relevante Umfeldbedingungen sowie die Art der Vertragspartnerbeziehungen. Die Ergebnisse dieser Analyse bilden die Basis für die Risikosteuerung. Gemeinsam mit den Geschäftseinheiten definieren wir Maßnahmen, um die Risiken zu minimieren. Ein Schwerpunkt unserer Tätigkeiten liegt dabei auf Vertriebsgesellschaften in Hochrisikoländern. Die Verantwortung für die Umsetzung dieser Maßnahmen und die Aufsichtspflicht obliegen dem jeweiligen Management, das dabei eng mit dem Bereich Group Compliance zusammenarbeitet.

Stärkung der weltweiten Strukturen. Unsere Compliance-Organisation ist divisional ausgerichtet. Diese Struktur hat sich bewährt und erlaubt eine effektive Unterstützung und Beratung der Geschäftsfelder. Dafür steht jeweils ein divisionaler oder regionaler Compliance-Beauftragter zur Verfügung. Zusätzlich achten weltweit lokale Compliance-Ansprechpartner darauf, dass unsere Standards eingehalten werden. Die Unabhängigkeit der divisionalen oder regionalen Compliance-Beauftragten gegenüber den Geschäftsfeldern gewährleisten wir durch die direkte Berichtslinie an den Chief Compliance Officer. Dieser berichtet direkt an das Mitglied des Vorstands für Integrität und Recht sowie an den Vorsitzenden des Aufsichtsrats.

Um die Compliance-Mitarbeiter bei den sich immer wieder ergebenden rechtlichen und regulatorischen Änderungen zu unterstützen, stellen wir spezifische Qualifizierungsmaßnahmen bereit. Zudem erhalten alle neuen Compliance-Mitarbeiter eine umfassende Einführung in einem Compliance-Praxisseminar.

Hinweisgebersystem. Unser Hinweisgebersystem BPO (Business Practices Office) nutzen wir als wertvolle Erkenntnisquelle für mögliche Risiken und konkrete Regelverstöße. Es ist deshalb ein wichtiges Instrument guter Unternehmensführung und dient auch dazu, Schaden von unserem Unternehmen abzuwenden.

Unser Hinweisgebersystem nimmt Hinweise auf Fehlverhalten sowohl von Beschäftigten als auch von Externen weltweit, rund um die Uhr, über verschiedene Meldewege und – sofern lokal rechtlich zulässig – auch anonym entgegen. Voraussetzung für die Akzeptanz des Systems ist, dass es fair ausgestaltet ist, den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit berücksichtigt und Hinweisgeber wie Betroffene gleichermaßen schützt. Diese Kriterien haben wir 2013 in einer weltweit gültigen Konzernrichtlinie festgeschrieben. In Deutschland haben wir seit 1. Februar 2012 zusätzlich die Funktion des neutralen Mittlers eingerichtet, die durch eine unabhängige Rechtsanwältin besetzt ist. Der Mittler nimmt ebenfalls Hinweise auf Regelverstöße entgegen und ist aufgrund seiner anwaltlichen Schweigepflicht zur Vertraulichkeit verpflichtet. Von den 59 BPO-Fällen, die im Jahr 2014 „zutreffend“ geschlossen wurden, gehören 6 der Kategorie „Bestechung“ an. Das Unternehmen hat mit adäquaten Maßnahmen reagiert.

Strafverfahren gegen die Daimler AG sind dem Geschäftsbericht für das Berichtsjahr 2014 zu entnehmen. Über Verfahren, die sich gegen natürliche Personen richten, wird grundsätzlich nicht berichtet, da strafrechtsrelevante Verurteilungen oder Beschlüsse der Daimler AG nicht mitgeteilt werden.

Verfahren gegen die Daimler AG: PDF-Datei (9,1 MB)

Zusammenarbeit mit unseren Geschäftspartnern. Integres und regelkonformes Verhalten unserer Geschäftspartner ist für uns eine unabdingbare Voraussetzung für vertrauensvolle Zusammenarbeit. Bei der Auswahl unserer direkten Geschäftspartner achten wir darauf, dass sie Gesetze einhalten und ethische Grundsätze befolgen. Unseren Geschäftspartnern bieten wir je nach Risiko zielgruppenorientierte Trainingsmaßnahmen an. Außerdem haben wir unsere Erwartungen in der Broschüre „Anständige Geschäfte. Unsere gemeinsame Verantwortung.“ formuliert. Wir behalten uns vor, die Zusammenarbeit zu beenden, wenn Geschäftspartner unsere Standards unterlaufen.

  • Unsere Trainingsprogramme

    Trainingsprogramme 2014
    Webbasiertes Trainingsprogramm Zielgruppe Anzahl Teilnehmer
    Integrity@Work inkl. Korruptionsprävention Beschäftigte weltweit mit E-Mail Zugang 21.796
      davon  
      Sachbearbeiter (inkl. der Ebene 5) weltweit: 20.003
      Führungskräfte (ab Ebene 4 aufwärts) weltweit: 1.793
    Integrity@Work Modul Einkauf Beschäftigte im Einkauf weltweit mit E-Mail Zugang 1.389
      davon  
      Sachbearbeiter im Einkauf(inkl. der Ebene 5) weltweit: 1.210
      Führungskräfte im Einkauf (ab Ebene 4 aufwärts) weltweit: 179
    Integrity@Work Modul Kartellrecht Beschäftigte weltweit mit E-Mail Zugang 16.060
      davon  
      Sachbearbeiter (inkl. der Ebene 5) weltweit: 12.585
      Führungskräfte (ab Ebene 4 aufwärts) weltweit: 3.475
      Alle Beschäftigten weltweit mit E-Mail Zugang 39.245
    Präsenztrainings Zielgruppe Anzahl Teilnehmer Anzahl Veranstaltungen
    Kartellrechtliche Präsenztrainings Führungskräfte und Sachbearbeiter weltweit 3.095 120
    Präsenztrainings zur Korruptionsprävention Führungskräfte und Sachbearbeiter weltweit/td> 4.597 258
    Präsenztrainings zur Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung Führungskräfte und Sachbearbeiter in Deutschland 112 6
    Präsenztrainings für neu ernannte und beförderte Manager inkl. Modulen zu Integrität und Compliance Manager (Ebene 4) 401 28
      Senior Manager (Ebene 3) 192 9
    Integrität & Compliance für Studierende der Dualen Hochschule Studierende der Dualen Hochschule in Deutschland 177 5
      Gesamt 8.574 426
  • Broschüre „Anständige Geschäfte. Unsere gemeinsame Verantwortung."

    Broschüre "Anständige Geschäfte. Unsere gemeinsame Verantwortung." PDF-Datei (2.7 MB) 

Mehr zu unseren Lieferantenbeziehungen

Fachlicher Austausch über Unternehmensgrenzen hinweg. Vielfach wurden wir auf unsere Compliance-Erfahrungen angesprochen. Deshalb haben wir uns entschlossen, mit der Daimler Compliance Akademie ein Praxisseminar zu Compliance anzubieten. Das erste Seminar fand im April 2014 in Deutschland statt. Während sich bisherige externe Schulungsprogramme allein an Geschäftspartner und Lieferanten richteten, haben wir mit der Akademie erstmals ein Seminar für Compliance-Praktiker aus Unternehmen aller Branchen veranstaltet. Ziel des Seminars ist es auch, eine Plattform für den Erfahrungsaustausch über Compliance-Trends und -Herausforderungen zu schaffen.

Thema „Integrität und Compliance“: PDF-Datei (5,4 MB)