Prävention und Risikomanagement

Die Durchsetzung einheitlicher Nachhaltigkeitsstandards und der Einsatz effektiver Kontrollinstrumente stellen in einer weltumspannenden Wertschöpfungskette eine besondere Herausforderung dar. Deswegen haben wir ein effektives mehrstufiges Konzept zur Überprüfung unserer Nachhaltigkeitsanforderungen in den Einkaufsprozessen etabliert:

  • Regelmäßige Überprüfung unserer aktiven Lieferanten. Um potenzielle Nachhaltigkeitsrisiken in unserer Lieferkette etwa in Bezug auf Kinderarbeit, Umweltschutz, Korruptionsprävention, Verletzung der Vereinigungsfreiheit oder der Menschenrechte bereits frühzeitig zu identifizieren, nehmen wir in regelmäßigen Abständen eine gezielte Risikoanalyse nach Ländern und Warengruppen vor.
    Diese Analyse versetzt uns in die Lage, Lieferanten auszumachen, für die ein solches erhöhtes Risiko gilt. Daraus leiten wir Aktivitäten ab. Zusätzlich überprüfen wir regelmäßig mithilfe einer Medien- und Datenbankrecherche tatsächliche Nachhaltigkeits- und Compliance-Verstöße unserer direkten Zulieferer. Sämtliche Hinweise werden systematisch verfolgt.
  • Überprüfung neuer Lieferanten vor der Vertragsaufnahme. Gerade bei neuen Lieferanten aus Risikoländern stellen geschulte Auditoren bei Assessments vor Ort gezielte Fragen zur Einhaltung von Nachhaltigkeitsstandards. Zusätzlich setzen wir im Bedarfsfall ein Self-Assessment ein.
  • Eskalationsprozess bei Verdachtsfällen und Verstößen. Bei dem Verdacht auf oder einem konkreten Verstoß eines Lieferanten gegen geltende Nachhaltigkeitsstandards folgen wir einem etablierten Eskalationsprozess. Er beginnt mit der Bitte um Stellungnahme und eine Erläuterung der getroffenen Maßnahmen zur Behebung der Missstände. Bleiben Zweifel bestehen, suchen wir das direkte Gespräch mit dem Lieferanten oder verlangen von der Geschäftsleitung eine schriftliche Stellungnahme. Insbesondere bei Verdacht auf Menschenrechtsverstöße arbeiten wir eng mit der Arbeitnehmervertretung zusammen. Wir gehen sämtlichen Hinweisen auf Verstöße nach.

Bei Bedarf führen unabhängige Auditoren spezielle Nachhaltigkeitsaudits bei unseren Lieferanten durch. In berechtigten Verdachtsfällen sehen wir von einer weiteren Beauftragung ab beziehungsweise beenden die Zusammenarbeit bis zur nachweislichen Behebung der Missstände.

 

Herkunftsnachweis von Konfliktrohstoffen

In bestimmten Abbaugebieten der Welt besteht aufgrund innerstaatlicher Krisen das Risiko, dass bewaffnete Konflikte mit Erlösen aus Rohstoffverkäufen finanziert werden. Um zu verhindern, dass der Handel mit diesen sogenannten Konfliktrohstoffen (Zinn, Tantal, Wolfram und Gold) Konflikte anheizt, sind eine Reihe von Initiativen eingeleitet worden. Sie sollen eine Deklaration der Herkunft und eine verantwortungsvolle Beschaffung der Rohstoffe ermöglichen. So fordert die Sektion 1502 des US-amerikanischen Dodd-Frank-Acts von US-börsengelisteten Unternehmen einen Herkunftsnachweis entlang der gesamten Lieferkette.

In Europa strebt die Europäische Union ebenfalls eine gesetzliche Regelung an. Daimler befürwortet einen Ansatz zur Etablierung eines verantwortungsvollen Rohstoffbezugs, der zielführend und zugleich praktikabel ist, und ist dazu mit Industrieverbänden und Branchenverbänden wie dem Verband der Automobilindustrie im regelmäßigen Austausch.