Gesundheitsmanagement und Arbeitsschutz

Der demografische Wandel und die Veränderungen in der Arbeitswelt wirken sich auf die Leistungsfähigkeit unserer Mitarbeiter aus. Damit sind vorausschauende, nachhaltige Lösungen gefragt, um die Gesundheit und körperliche Unversehrtheit der Beschäftigten zu erhalten.

  • Kennzahlen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz

    Kennzahlen Arbeits- und Gesundheitsschutz
      2012 2013 2014
    Krankenfehlstand gewerbliche Beschäftigte1 (Prozent)
    Deutschland 6,7 7,1 7,1
    Argentinien (MBA) 3,6 4,5 5,2
    Türkei (MBT) 1,7 1,8 1,7
    Südafrika (East London) 1,5 1,0 1,1
    Ungarn (Kecskemét) 3,5 4,3 3,4
    USA (Tuscaloosa) 1,7 1,7 1,6
    Brasilien (Trucks) 5,6 5,7 6,0
    Japan (MFTBC) 0,5 0,9 0,9
    Frankreich (smart) 5,2 4,1 4,2
    Krankenfehlstand Beschäftigte in der Verwaltung1 (Prozent)
    Deutschland 3,3 3,5 3,4
    Argentinien (MBA) 2,0 1,9 1,5
    Türkei (MBT) 1,7 1,7 2,1
    Südafrika (East London) 2,0 1,3 1,5
    Ungarn (Kecskemét) 1,4 1,3 1,4
    USA (Tuscaloosa) 0,7 0,7 1,0
    Brasilien (Trucks) 2,3 2,5 1,6
    Japan (MFTBC) 0,9 0,9 1,2
    Frankreich (smart) 2,3 1,9 2,1
    Nachdem sich 2013 kein tödlicher Unfall ereignete, kam es 2014 leider zu einem tödlichen Verkehrsunfall.
    Unfallhäufigkeit2
    Daimler weltweit4 9,1 9,1 8,8
    Unfallbelastung3
    Daimler weltweit4 139 136 139
    Teilnehmer an Gesundheitstrainings
    Schichtarbeiter 610 550 381
    Führungskräfte 408 269 287
    Leitende Führungskräfte 146 147 139
    Teilnehmer an Gesundheitskuren
    Schichtarbeiter 234 243 245
    Führungskräfte 186 184 188
    Leitende Führungskräfte 17 17 15
    Leistungen des werkärztlichen Dienstes
    Durchgeführte/angebotene Sprechstunden (Std.) 32.612 31.767 29.359
    Einstellungsuntersuchungen 5.048 3.629 3.289
    Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen 37.323 38.105 38.053
    Kontaktaufnahmen wegen Problemen am Arbeitsplatz 15.432 15.099 14.305
    Arbeitsplatzbegehungen 623 771 849
    Impfungen und reisemedizinische Beratungen 19.164 17.398 16.988
    Notfallmedizinische Behandlung 1.509 1.683 1.468
    Physikalische Therapie 30.379 30.127 30.381
    Diagnostik (Hör/-Sehtest, EKG etc.) 55.089 53.430 52.965
    Laboruntersuchungen 19.711 19.721 21.109
    Wiedereingliederungen Langzeitkranker 2.883 2.990 2.660
    Große Check-ups für leitende Führungskräfte 230 268 169
    Kleine Check-ups 245 735 1.854
    BGF-Veranstaltungen 2.746 3.520 4.112
    Arbeitsmedizinische Begutachtungen 9.971 12.487 14.305
    Betriebliche Sozialberatung in Deutschland
    Beratene Kunden insgesamt 5.720 4.816 4.589
    Führungsaufgabe 1.990 1.733 1.510
    Funktionsaufgabe (Personalmanager und Betriebsräte) 332 313 306
    Zusammenarbeit 901 844 989
    Psyche und Verhalten 1.237 933 827
    Alkohol und Suchtthemen 395 302 312
    Familie und Privates 799 691 645
    Teilnehmer an Qualifikationen 2.860 1.749 1.961
    Sonstige Kennzahlen Deutschland
    BKK-Mitglieder 182.405 184.656 193.627
    Mitglieder SG Stern 39.542 40.704 41.536
    1 in Prozent der Soll-Arbeitstage
    2 Unfallhäufigkeit: Anzahl aller Betriebsunfälle mit mindestens einem Ausfalltag pro 1 Million Anwesenheitsstunden
    3 Unfallbelastung: Anzahl der Ausfalltage aufgrund von Betriebsunfällen pro 1 Million Anwesenheitsstunden
    4 Erfassungsquote weltweit: 95,9%. Aufgrund dieser höheren Erfassungsquote wurden die Zahlen für 2012 und 2013 angepasst.

Organisation und Richtlinien. Im Daimler-Konzern gelten weltweit einheitliche, auf Prävention ausgerichtete Leitsätze. Sie orientieren sich an Landesgesetzen und internationalen Standards. Für Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit, betriebliche Gesundheitsförderung, Ergonomie, Sozialberatung und Integrationsmanagement ist unser Bereich Health & Safety verantwortlich. Daneben sind das Gesundheitsmanagement und der Arbeitsschutz auch Gegenstand unserer Risikomanagementsysteme.

  • Leuchtturmprojekte und Initiativen

    Pandemieplan und Pandemie-Managementsystem

    Seit Juli 2014 ist der neu entwickelte Pandemie- und Seuchenplan der Daimler AG im Intranet einsehbar. Er behandelt alle medizinischen Vorkommnisse mit Krisenpotenzial. Derzeit wird zudem ein PandemieManagementSystem (PMSys) entwickelt. Es soll im Jahr 2015 pilotiert und dann eingeführt werden. Das System dient dazu, sogenannte Notbetriebsfunktionen zu bestimmen, auf deren Basis in einem Pandemiefall die innerbetrieblichen Prozesse im Modus des Notbetriebs aufrechterhalten werden können. Im Notbetrieb werden nur Tätigkeiten durchgeführt, die für die Wiederaufnahme des Regelbetriebs oder auch für die Standortsicherheit während einer Betriebsunterbrechung unerlässlich sind.

    IT-Verfahren zum fähigkeitsgerechten Mitarbeitereinsatz

    Um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit gesundheitlichen Einschränkungen wieder dauerhaft in bestehende Arbeitsprozesse einzugliedern, haben wir in enger Zusammenarbeit mit den Produktionsbereichen, der Personalabteilung, den IT-Partnern und der Arbeitnehmervertretung ein IT System entwickelt. Es ist speziell auf die Bedürfnisse der Daimler AG und ihrer unterschiedlichen Produktionsgegebenheiten abgestimmt. Seine Aufgabe ist es zu ermitteln, welche Arbeitsplätze mit den Fähigkeiten des Mitarbeiters übereinstimmen. Mithilfe dieses objektiven und nachvollziehbaren Verfahrens können wir Mitarbeiter nach ihren individuellen Fähigkeiten einsetzen.

    Gesundheitstraining Boxenstopp

    Boxenstopp heißt ein fünftägiges Gesundheitstraining für leitende Führungskräfte. Seit 2013 nehmen daran auch Führungskräfte im Tarifbereich teil. Es umfasst Themen wie Stressbewältigung, Life-Balance und die Prävention psychosomatischer Erkrankungen. Das Programm wird für alle deutschen Standorte der Daimler AG angeboten.

    Life-Balance

    Zu unserer HR-Strategie gehört es, die Vereinbarkeit von Arbeits- und Privatleben zu fördern und sie zum Teil unserer Unternehmenskultur zu machen. Das ist auch das Ziel unserer HR-Initiative „Life-Balance“. Damit die Beschäftigten ihr berufliches Engagement und ihr Privatleben in Einklang bringen können, gestaltet der HR Bereich gemeinsam mit dem Gesamtbetriebsrat seit vielen Jahren betriebliche Regelungen und Maßnahmen wie zum Beispiel flexible Arbeitszeitmodelle, Angebote zur Kinderbetreuung, Gesundheitsprogramme oder Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten.

    Damit die Beschäftigten diese Angebote auch nutzen, braucht es die Akzeptanz und Unterstützung der Vorgesetzten. Um diese Akzeptanz zu stärken, sensibilisieren wir unsere Führungskräfte und machen sie zu Botschaftern einer neuen Kultur. Im Rahmen unserer Life-Balance-Initiative haben wir Leitlinien für ein Leben in Balance in Kraft gesetzt. Sie richten sich an Führungskräfte, die sich aktiv an der Umsetzung von Life-Balance im Unternehmen beteiligen.

    Mail on Holiday. Eine Leitlinie heißt: „Abschalten können – Es besteht keine Erwartungshaltung, immer erreichbar zu sein“. Ein wichtiges Thema in diesem Zusammenhang ist die Flut von E-Mails, die unsere Mitarbeiter zu bewältigen haben. Der neue Abwesenheitsassistent „Mail on Holiday“ hilft, sie zu begrenzen. Er ermöglicht es Mitarbeitern und Führungskräften, E-Mails, die in ihrer Abwesenheit zum Beispiel während des Jahresurlaubs eingehen, automatisch zu löschen. So wird ein Stau im elektronischen Posteingang verhindert, es entsteht kein Druck, während des Erholungsurlaubs E-Mails zu lesen und das E-Mail-Postfach ist bei der Rückkehr zur Arbeit leer.

    Alle rund 100.000 Mitarbeiter in Deutschland, die ein eigenes E-Mail-Postfach haben, können „Mail on Holiday“ nutzen. Ist der Abwesenheitsassistent aktiviert, erhält der Absender einer eingehenden E-Mail eine Abwesenheitsnotiz und wird auf einen Stellvertreter hingewiesen. So kann jedes Anliegen zuverlässig bearbeitet werden und die Stellvertreterfunktion wird gestärkt. Insgesamt soll „Mail on Holiday“ zu einem bewussteren Umgang mit E-Mails im beruflichen Alltag beitragen.

    Daimler GesundheitsCheck

    Seit vielen Jahren schon setzt Daimler auf ein ganzheitliches betriebliches Gesundheitsmanagement. Zusätzlich zu den umfassenden Maßnahmen, die dazu in allen Werken durchgeführt werden, haben wir im Oktober 2013 zunächst an drei ausgewählten Pilotstandorten den Daimler GesundheitsCheck eingeführt. Die Mitarbeiter haben die Möglichkeit, alle drei Jahre auf freiwilliger Basis daran teilzunehmen. Im Fokus der Untersuchung stehen die frühzeitige Erkennung von Risikofaktoren sowie die gesundheitliche Beratung der Mitarbeiter. Beides wird arbeitsplatznah bei den Werksärztlichen Diensten durchgeführt. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, eine Gesundheitslotsenberatung in Anspruch zu nehmen. Der Gesundheitslotse unterstützt die Beschäftigten dabei, ihre individuellen Gesundheitsziele zu verwirklichen.
  • Ergonomische Arbeitsplatzgestaltung

    Damit an Produktionsarbeitsplätzen keine Gesundheitsrisiken durch ergonomische Überbelastung für die Beschäftigten entstehen, nutzen wir moderne technische Hilfsmittel und arbeitsorganisatorische Maßnahmen. Dafür werden Mitarbeiter kontinuierlich zu den Grundlagen der ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung und bewertung qualifiziert. Ergonomische Gestaltungsmaßnahmen fließen in den gesamten Produktentstehungsprozess ein. Dabei wenden wir abgesicherte arbeitswissenschaftliche Bewertungsmethoden an, um schon in der frühen Phase Arbeitsplätze und Produkte auf ergonomisch kritische Faktoren zu prüfen. Um kontinuierliche Verbesserungen zu erreichen, führen wir auch in der laufenden Serie Maßnahmen zur Ergonomieoptimierung durch. Dafür stehen konzernweit ergonomische Mindeststandards zur Verfügung.
  • Sozialberatung für Führungskräfte und Mitarbeiter

    Die Sozialberatung der Daimler AG sensibilisiert und qualifiziert Führungskräfte für den Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten und leistet Coaching in schwierigen Führungssituationen. Dabei geht es sowohl um die nachhaltige Weiterentwicklung der psychosozialen Führungskompetenz als auch um eine professionelle Unterstützung der Führungskraft im konkreten Bedarfsfall. Zudem unterstützt die Sozialberatung Beschäftigte bei der Bewältigung von psychischen Problemen, familiären Konflikten, Konflikten am Arbeitsplatz und anderen Lebenskrisen. Die Sozialberatung arbeitet systemisch und lösungsorientiert.
     
    Betriebliche Sozialberatung in Deutschland
      2012 2013 2014
    Beratene Kunden insgesamt 5,720 4,816 4,589
    Führungsaufgabe 1,990 1,733 1,510
    Funktionsaufgabe (Personalmanager und Betriebsräte) 332 313 306
    Zusammenarbeit 901 844 989
    Psyche und Verhalten 1,237 933 827
    Alkohol und Suchtthemen 395 302 312
    Familie und Privates 799 691 645
    Teilnehmer an Qualifikationen 2,860 1,749 1,961
  • Aktivitäten gegen HIV/AIDS

    Seit Jahren engagiert sich Daimler im Kampf gegen HIV/AIDS und die damit verbundenen Epidemien Tuberkulose und Malaria. Unsere Präventionsmaßnahmen setzen bei der Schulung und Sensibilisierung der Beschäftigten in den betroffenen Ländern an. Dort, wo die Infektionsraten steigen, steuern wir – abgestimmt auf die jeweiligen staatlichen Programme – mit intensiveren Anstrengungen gegen. Dazu gehören umfassende Arbeitsplatzprogramme, bei denen wir die Maßnahmen zur Prävention, Behandlung, Betreuung und Unterstützung auch auf Angehörige der Beschäftigten und die lokalen Gemeinden ausweiten.

    Das von der Daimler AG initiierte Siyakhana-Projekt in Südafrika soll die Häufigkeit von HIV/AIDS in kleineren und mittelständischen Unternehmen senken und die Lebenssituation der dort arbeitenden Menschen verbessern. Es basiert auf dem seit 2001 im Mercedes Benz Werk East London bestehenden Arbeitsprogramm. Die Erfahrungen aus dem Siyakhana-Projekt kommen inzwischen auch anderen Unternehmen in der Region zugute.

Die betriebliche Gesundheitsförderung bei Daimler zielt darauf ab, die Mitarbeiter zu einem gesunden Lebensstil zu motivieren und ihre Eigenverantwortung in Gesundheitsfragen zu stärken. Sie schafft Anreize für ein gesundheitsbewusstes Verhalten und fördert ein gesundheitsgerechtes Umfeld. Kampagnen, Beratungs- und Qualifizierungsangebote sowie Maßnahmen in den Bereichen Therapie und Rehabilitation unterstützen dies weltweit. Die Jahreskampagne 2014 stand unter dem Motto „Gesund is(s)t bunt“. Mit Ernährungstipps, Vorträgen und Kantinenaktionen zeigte sie, dass gesunde Ernährung Spaß machen kann und nicht zwangsläufig mit Verzicht verbunden sein muss.

  • Portfolio der betrieblichen Gesundheitsförderung

    Fast allen deutschen Werken sind heute Gesundheitszentren angegliedert, die neben einer individuellen Beratung auch bedarfsorientierte Programme anbieten, etwa zur Raucherentwöhnung, Ergonomie oder Ernährung. Weiter umfasst das Angebot spezielle Vorsorgekampagnen zur Aufklärung über Haut- und Darmkrebs, die Reha-Nachsorge, die Beratung bei Adipositas sowie Gesundheitsprogramme für unsere Auszubildenden.
     
    Qualifizierung Prävention Therapie Rehabilitation
    • Gesundheitstag (Orientierungstag und Vertiefungsmodule)
    • Gesundheitsseminare (Life-Balance, Wege aus dem Stress, Fokus Gesundheit)
    • Gesundheitsförderung in der Ausbildung: F3 – Fit for Future
    • Präventionsberatung
    • Daimler-Gesund¬heits-programme (Check – vor Ort, Gesundheitstraining, Gesundheitskuren)
    • Kraftwerk (Kräftigungstraining am Arbeitsplatz)
    • "Marktplatz Gesundheit" (Gesundheitsmesse, Vorträge, Vitalfrühstück)
    • "Arbeitsplatz Gesundheit" (Gesunde Pause, Ergonomie im Büro, ErgonoMix, Stabil gegen Stress, Fit auf Flurförderzeugen, Feuerwehrprogramm)
    • Gesundheitskurse (Ernährung, Rücken, Herz-Kreislauf, Entspannung)
    • Teamtraining Gesundheit (Gesundheitsimpulse, Ernährung erleben)
    • Physiotherapie
    • Ernährungsberatung
    • Abnehmprogramm (1+12)
    • Rückenprogramme
    • Raucherentwöhnung
    • Physiotraining am Arbeitsplatz
    • Rehabilitationsnachsorge
  • Gesundheitskampagne 2014

    Unsere Gesundheitskampagne 2014 versorgte die Beschäftigten mit vielfältigen Informationen rund um das Thema Ernährung. Es gab Aktionswochen in Restaurants und Shops mit gesunden Pausensnacks und vitaminreichen Getränken. Vorträge rund um das Thema gesunde Ernährung räumten mit Ernährungsmythen auf und informierten über den aktuellen Wissensstand. In verschiedenen Medien wie Daimler-Blog oder Inside sowie in Videos beschrieben Mitarbeiter und Spitzensportler ihre Erfahrungen mit gesunder Ernährung. Auch bestand die Möglichkeit, sich mit dem Leiter der Daimler-Gastronomie auszutauschen.

Die Arbeitssicherheit umfasst alle Maßnahmen zur Prävention von Arbeitsunfällen, arbeitsbedingten Erkrankungen und Berufskrankheiten. Eine ihrer Grundlagen ist die Gefährdungsbeurteilung, aus der präventive Maßnahmen abgeleitet werden. Um nachhaltig ganzheitliche und integrierte Prozesse, Verfahren und Systeme schaffen und weiterentwickeln zu können, sind wesentliche Arbeits- und Gesundheitsschutzprozesse standardisiert. Auf Basis der Leitsätze zum Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie der Arbeitsschutzstrategie und der Ergebnisse der Audits und Reviews müssen für jede Organisationseinheit regelmäßig Arbeitsschutzziele festgelegt, verabschiedet und umgesetzt werden. Es besteht die Verpflichtung zur kontinuierlichen Verbesserung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes. Die Zielerreichung im Arbeits- und Gesundheitsschutz wird durch ein effektives Berichtswesen unterstützt.

  • Gremien, Leitsätze und Vereinbarungen zum Arbeitsschutz

    Gremien, Vereinbarungen und Leitsätze zum Arbeitsschutz

    Vielfältige vorbeugende Maßnahmen schützen die Gesundheit der Mitarbeiter im Daimler-Konzern. Der Arbeitsschutz umfasst alle Maßnahmen zur Prävention von Arbeitsunfällen, arbeitsbedingten Erkrankungen und Berufskrankheiten. Eine seiner Grundlagen ist die Gefährdungsbeurteilung, aus der präventive Maßnahmen abgeleitet werden.

    Auf Basis der Leitsätze zum Arbeits- und Gesundheitsschutz, der Arbeitsschutzstrategie und der Ergebnisse von Audits und Reviews müssen für jede Organisationseinheit regelmäßig Arbeitsschutzziele festgelegt, verabschiedet und umgesetzt werden. Konzernübergreifende Regelungen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz werden vom Center of Competence Safety beschrieben und herausgegeben.

    Um nachhaltig ganzheitliche und integrierte Prozesse, Verfahren und Systeme schaffen und weiterentwickeln zu können, sind wesentliche Arbeits- und Gesundheitsschutzprozesse standardisiert.

    Die Arbeits- und Gesundheitsschutzorganisation

    Jede Organisationseinheit des Daimler-Konzerns muss den Arbeits- und Gesundheitsschutz gewährleisten. Dazu sind Experten aus den Bereichen Arbeits- und Gesundheitsschutz einzusetzen und länderspezifischen Anforderungen gemäß zu organisieren. Bei übergeordneten Themen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes – wie zum Beispiel Maschinensicherheit oder Gefahrstoffe – werden die Organisationseinheiten zusätzlich durch Centers of Experts unterstützt. In diesen arbeiten Spezialisten Fachthemen aus; interne und externe Experten entwickeln zukunftsorientierte Konzepte, um optimale Prozesse und Sicherheitsstandards zu schaffen sowie Rechtssicherheit zu gewährleisten.

    Verantwortung

    Die Führungskräfte des Daimler-Konzerns sind für die Einhaltung der Konzernrichtlinie Arbeits- und Gesundheitsschutz und aller gesetzlichen Vorschriften zum Schutz der Mitarbeiter verantwortlich. Die Verantwortung und die damit verbundenen Pflichten sind an jedem Standort unter Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten zu regeln. Unterstützt werden die Führungskräfte dabei durch Experten aus den Bereichen Arbeits- und Gesundheitsschutz.

    Sensibilisierung und Motivation

    Sensibilisierung der Führungskräfte. Daimler hat zahlreiche Veranstaltungen durchgeführt, um Führungskräfte für Themen der Gefährdungsbeurteilung zu sensibilisieren und ihr Verantwortungsbewusstsein in diesem Bereich zu stärken. Audits dokumentieren die positive Wirkung dieser Maßnahmen.

    H&S-Award. Mit dem Health & Safety Award zeichnet die Daimler AG jährlich den Standort des Unternehmens aus, dessen Kennzahlen im Arbeits- und Gesundheitsschutz sich im Jahresverlauf und im Vergleich zu den anderen deutschen Standorten am positivsten entwickelt haben. In die Bewertung fließen Kriterien wie die Häufigkeit von Arbeitsunfällen und der Krankenfehlstand ebenso ein wie besonders kreative und effektive Standortlösungen und Konzepte im Arbeits- und Gesundheitsschutz. Der Wettbewerb der Werke um das beste Abschneiden hilft, Mitarbeiter und Führungskräfte zu sensibilisieren und die Aufmerksamkeit des Managements für das Thema Arbeits- und Gesundheitsschutz zu schärfen. Die Verleihung des HS-Awards 2013 an die zwei Erstplatzierten fand im Rahmen der Veranstaltung „Vorstand im Dialog“ 2014 statt. Den ersten Platz belegte erneut das Werk Hamburg, gefolgt von den Werken Berlin und Bremen.

    Neue Technologien

    Bei neu entwickelten oder geänderten Produkten, Produktionsverfahren und Materialien, ebenso wie bei der Planung von Dienstleistungen oder Produktionsanlagen und Maschinen, werden mögliche Gefährdungen für die Mitarbeiter präventiv ermittelt. Die aktive Suche nach innovativen Technologien und Materialien zur Optimierung der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes ist eine Aufgabe aller Beteiligten an der Produktions- und Arbeitsgestaltung.

    Hochvolttechnologie 

    Das vor vier Jahren entwickelte Qualifizierungskonzept zum sicheren Umgang mit Hochvoltsystemen in Fahrzeugen haben wir 2013 und 2014 in den Geschäftsfeldern Mercedes Benz Cars, Daimler Trucks, Daimler Buses und Mercedes Benz Vans eingeführt und für noch höhere Sicherheits¬standards weiterentwickelt.

    Mensch-Roboter-Kooperation. In zweijähriger Zusammenarbeit von Experten aus den Bereichen Arbeitsschutz, Entwicklung und Verfahrensentwicklung mit Roboterherstellern und Behörden wurde ein innovatives Sicherheitskonzept erstellt. Die erste Serienanwendung dieses Konzepts ist seit Herbst 2014 in Betrieb.

    Kommunikation

    Die Arbeitsschutz- und Gesundheitsmanagementrichtlinie der Daimler AG umfasst Regularien zur Kommunikation zwischen der Standortleitung und den Fachexperten des Arbeitsschutzes. Darüber hinaus gibt es an jedem Standort einen Arbeitsschutzausschuss. Mitglieder dieses Ausschusses sind die Standortleitung, die zuständigen Planer, Fachexperten für Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie die Arbeitnehmervertretung. Im Ausschuss werden relevante Themen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz diskutiert und Maßnahmen vereinbart.

    Berichtswesen

    Ein effektives Berichtswesen trägt dazu bei, dass wir unsere Ziele im Arbeits- und Gesundheitsschutz erreichen.

    Unfalldokumentation und Unfallkennzahlen. Zur optimalen Kennzahlenermittlung wird unser standortübergreifendes Unfalldokumentationssystem durch ein standardisiertes Kennzahlensystem unterstützt. Dieses Kennzahlensystem gewährt Zugriff auf die Quellsysteme für die Anwesenheitsstunden, Ausfalltage und Organisationsstrukturen und gewährleistet so eine korrekte Datenbasis.

    Leitsätze zum Arbeits- und Gesundheitsschutz. In fünf Leitsätzen haben wir festgelegt, worauf es uns im Arbeits- und Gesundheitsschutz ankommt, welche Ziele wir uns setzen und mithilfe welcher Prozesse und Vorgehensweisen wir sie erreichen wollen. Kernziele sind die Prävention und die laufende Verbesserung im Arbeits- und Gesundheitsschutz. Betont wird die Verpflichtung der Führungskräfte, verantwortlich und vorbildlich zu handeln. Gefragt ist aber auch die Eigenverantwortung der Mitarbeiter, die sich aktiv an der Gestaltung ihrer Arbeitsumgebung und der Arbeitsprozesse beteiligen sollen.

    Leitsatz 1

    Wir haben standardisierte Prozesse eingerichtet, die die Arbeitssicherheit und Gesundheit unserer Mitarbeiter fördern und sich zugleich positiv auf die Arbeitszufriedenheit auswirken.

    Leitsatz 2

    Wir wollen qualitativ hochwertige, ganzheitliche, integrierte Prozesse und Systeme im Arbeits- und Gesundheitsschutz leben und weiterentwickeln. Prävention ist innerhalb des Arbeits- und Gesundheitsschutzes eines unserer wichtigsten Ziele.

    Leitsatz 3

    Die gezielte ergonomische Gestaltung von Arbeitssystemen wird durch Ergonomiestandards gefördert. Diese werden regelmäßig überarbeitet, um dem neuesten Stand der Arbeitswissenschaften zu entsprechen.

    Leitsatz 4

    Unsere Führungskräfte sind verpflichtet, im Sinne des Arbeits- und Gesundheitsschutzes verantwortlich und vorbildlich zu handeln. Wir unterstützen sie dabei, optimale Ergebnisse zu erreichen.

    Leitsatz 5

    Letztendlich müssen alle Mitarbeiter eine persönliche Verantwortung für die Gesundheit und Arbeitssicherheit übernehmen, indem sie ihre Arbeit sicherheitsbewusst ausführen. Wir erkennen das Recht der Mitarbeiter an, sich aus Arbeitssituationen zu entfernen, von denen sie nachvollziehbar annehmen, dass sie eine unmittelbare Gefahr für ihr Leben oder ihre Gesundheit darstellen; hierbei besteht Schutz vor ungerechtfertigten Konsequenzen. Wir beteiligen unsere Mitarbeiter an der Gestaltung ihrer Arbeitsplätze, ihres Arbeitsumfelds und ihrer Arbeitsprozesse mit dem Ziel der kontinuierlichen Verbesserung.

Die Arbeits- und Notfallmedizin umfasst alle Maßnahmen zur Prävention arbeitsbedingter Erkrankungen oder Berufskrankheiten, zur Gesunderhaltung am Arbeitsplatz sowie zur Diagnostik und Therapie von Unfällen und akuten Erkrankungen. Die Verantwortung dafür liegt bei unseren Werks- und Betriebsärzten weltweit.

  • Portfolio der Arbeitsmedizin

    Die Daimler AG bietet allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine umfassende ärztliche Betreuung an. Dazu gehören neben der akut- und notfallmedizinischen Versorgung eine offene werksärztliche Sprechstunde, individuelle Beratungen je nach Risikoprofil, die arbeitsmedizinische Versorgung nach § 3 ASIG sowie arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen. Hinzu kommen weitere Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung und der Sozialberatung. Verdachtsfälle auf Berufskrankheiten werden bei arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen und Arztkontakten erfasst und der zuständigen Berufsgenossenschaft gemeldet.

    Die Fachbereiche und der Arbeits- und Gesundheitsschutz sind für die Umsetzung präventiver Gesundheitsmaßnahmen verantwortlich. Eine Gefährdungsbeurteilung erfasst systematisch Gefährdungen. Darauf folgen ärztliche Untersuchungen nach Maßgabe der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV).

    Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die geschäftlich – auch für längere Zeit – ins Ausland reisen, werden vor und nach der Reise reisemedizinisch durch den Werksärztlichen Dienst betreut. Dieser berät, untersucht und impft gemäß den gesetzlichen Vorgaben und den Empfehlungen der deutschen gesetzlichen Unfallversicherung. Spezielle Koordinatoren informieren alle ärztlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regelmäßig über Krankheitsausbrüche in aller Welt und dadurch erforderliche Maßnahmen.
     
    Qualifizierung Beratung Prävention Therapie
    • Ersthelferschulung
    • Notfallmedizinische Fortbildung
    • Allgemeine Sprechstunde
    • Reisemedizin/ Betreuung von Expatriates
    • Beratung bei Arbeitsplatzproblemen
    • Medizinische Stellungnahmen nach Arbeitsplatzbegehungen
    • Beratung zur persönlichen Schutzausrüstung
    • Beratung zur Organisation der Ersten Hilfe
    • Arbeitsmedizinische Vorsorgen
    • Eignungsuntersuchungen/ Einstellungs- und Übernahmeuntersuchungen
    • Medizinische Absicherung von Veranstaltungen
    • Diagnostik
    • Impfungen
    • Versorgung bei Arbeitsunfällen
    • Rettungsdienst
    • Versorgung bei Erkrankungen und Befindlichkeitsstörungen
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