Kraftstoffe

Daimler entwickelt nicht nur kraftstoffsparende und umweltschonende Antriebe, wir beteiligen uns auch an der Erforschung und Erprobung alternativer Kraftstoffe. Sie sind für uns ein weiterer wichtiger Weg, Emissionen zu vermeiden und unabhängiger von fossilen Energiequellen zu werden.

H2-Mobility. Bereits im Herbst 2013 haben wir im Rahmen der „Initiative H2 Mobility“ konkrete Planungen für ein bundesweites H2-Tankstellennetz mit auf den Weg gebracht. Bis 2023 sollen danach rund 400 öffentliche Wasserstofftankstellen entstehen. Ziel ist es, zwischen den Ballungsgebieten mindestens alle neunzig Autobahnkilometer eine H2-Tankstelle anzubieten. Weiter soll ab 2023 jede Metropolregion über mindestens zehn Wasserstoffstationen verfügen. Der Gesamtinvestitionsbedarf für das Projekt wird bei 350 Mio. Euro liegen.

Bioethanol aus Stroh. In einem Pilotprojekt erproben wir gemeinsam mit zwei Spezialchemie-Unternehmen einen neuen Biokraftstoff: Mit sunliquid20, einem Superbenzin mit 20 Prozent Zellulose-Ethanol, sollen künftig bis zu 20 Prozent weniger Rohöl benötigt werden. In unseren BlueDIRECT Ottomotoren lässt sich schon heute Benzin mit einem Ethanol-Anteil von 20 Prozent problemlos verwenden.

  • sunliquid20

    sunliquid20 – Bioethanol aus Stroh

    Die Vision von Treibstoffen aus nachhaltigen Quellen könnte schon bald Wirklichkeit werden. Seit Januar 2014 erprobt Mercedes-Benz gemeinsam mit den Spezialchemie-Unternehmen Clariant und Haltermann Bioethanol der zweiten Generation in einem Flottentest. Der getestete neue Kraftstoff mit dem Namen sunliquid20 ist ein Superbenzin mit 20 Prozent Zellulose-Ethanol. Das Besondere daran: Das Bioethanol wird aus Agrar-Reststoffen wie zum Beispiel Stroh hergestellt.

    Bis Ende 2014 konnten die Fahrzeuge der Mercedes-Benz Testflotte an einer speziell dafür eingerichteten werksinternen Tankstelle in Stuttgart-Untertürkheim mit sunliquid20 betankt werden. Mit einer hohen Oktanzahl (RON) von über 100 garantiert der neue Kraftstoff einen optimalen Wirkungsgrad. In Zukunft soll mit Bioethanol aus Stroh bis zu 20 Prozent weniger Rohöl benötigt werden.
  • Unsere Kraftstoff-Roadmap

    Die Kraftstoff-Roadmap von Daimler
    Die Kraftstoff-Roadmap von DaimlerDie Daimler AG hat sich zum Ziel gesetzt, möglichst kraftstoffeffiziente und umweltverträgliche Fahrzeuge anzubieten. Um die Umweltauswirkungen im automobilen Verkehr zu reduzieren, ist es jedoch nötig, nicht nur an den Fahrzeugen, sondern auch bei den Kraftstoffen anzusetzen. Optimierte und alternative Kraftstoffe sind für uns mithin ein weiterer wichtiger Weg, Emissionen zu vermeiden und unabhängiger von fossilen Energiequellen zu werden:
    1. Konventionelle Kraftstoffe wie Benzin und Diesel werden auch in naher Zukunft noch eine wichtige Rolle spielen. Es gilt daher weiter daran zu arbeiten, weltweit hochwertige und schwefelfreie Kraftstoffe bereitzustellen.
    2. GTL-Kraftstoffe (Gas-to-Liquid) gehören zu den saubersten und hochwertigsten Kraftstoffen für Verbrennungsmotoren. Schwefel- und aromatenfrei, können sie optimal auf die Anforderungen des Motors abgestimmt werden. Die CO2-Emissionen (Well-to-Wheel) entsprechen denen mineralischer Kraftstoffe.
    3. CNG (Compressed Natural Gas) ist aus unserer Sicht eine gute Option, speziell für Fahrzeuge mit hoher Laufleistung. Erdgas verursacht in der Gesamtbilanz (Well-to-Wheel) rund 20 Prozent weniger CO2-Emissionen als Benzin und bietet bei der Reduktion der Schadstoffemissionen Vorteile gegenüber Diesel.
    4. Wasserstoff ist der Energieträger unserer Brennstoffzellenautos. Bislang wird der weltweit benötigte Wasserstoff größtenteils durch Dampfreformierung aus Erdgas erzeugt. Da hierbei CO2-Emissionen entstehen, müssen geeignete Wege zur Herstellung aus regenerativen Quellen entwickelt werden.
    5. Biokraftstoffe der ersten Generation – wie Bioethanol aus Zucker, Getreide oder Mais und Biodiesel – sind als Beimischungen zu herkömmlichen fossilen Treibstoffen eine kurz- bis mittelfristige Option, sofern negative Auswirkungen auf die Nahrungsmittelproduktion und den Verbrauch natürlicher Flächen vermieden werden.
    6. Hydrierte Pflanzenöle (Hydrotreated Vegetable Oils, HVO) sind emissionsarm und werden bereits industriell hergestellt. Beim Anbau der Biomasse sind Nachhaltigkeitsstandards wie die Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung einzuhalten, um eine positive Umweltbilanz sicherzustellen. HVO können dem Dieselkraftstoff ohne Einschränkung beigemischt werden. Sie eignen sich somit als Zwischenstufe bis zur Einführung von Biokraftstoffen der zweiten Generation.
    7. Biokraftstoffe der zweiten Generation, wie BTL (Biomass-to-Liquid) und Ethanol aus Reststoffen wie Stroh (Lignozellulose), werden an Bedeutung gewinnen, sobald sie großindustriell hergestellt werden können. Sie besitzen große Potenziale in puncto Nachhaltigkeit und CO2-Einsparung, denn es lassen sich höhere Flächenerträge – das Drei- bis Vierfache der Kraftstoffmenge von Biokraftstoffen der ersten Generation pro Hektar – erwirtschaften. Zudem können viele unterschiedliche Arten von Biomasse (keine Monokultur) sowie Bioreststoffe verwendet werden. Damit entfällt die Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion, Diskussionen um „Tank versus Teller“ erübrigen sich.
      Darüber hinaus zeichnet sich gerade BTL-Kraftstoff qualitativ durch hervorragende Eigenschaften aus, wie sie erforderlich sind, um die Umweltvorteile moderner Antriebskonzepte über die gesamte Lebensdauer zu gewährleisten. Eine wichtige Voraussetzung dafür, dass mehr Biokraftstoffe der zweiten Generation produziert werden, ist eine breit angelegte Unterstützung der Mineralölwirtschaft durch Anreize der Politik. Neben BTL und Ethanol aus Lignozellulose kann man mit Biogas aus nachwachsenden Rohstoffen (Compressed Biogas, CBG) den höchsten Energieertrag pro Hektar erzielen. Erdgasfahrzeuge können CBG ohne technische Veränderung tanken. Das Biogas wird durch anaerobe Vergärung von Biomasse, Gülle und Abwasser gewonnen. Seine Verwendung ermöglicht – je nach Biomasseart und Herstellverfahren – Treibhausgasreduktionen (Well-to-Wheel) von bis zu 80 Prozent.
    8. Regenerativ erzeugter Wasserstoff und Strom sind die Kraftstoffe der Zukunft. Eingesetzt in der Brennstoffzelle oder im Batteriefahrzeug, garantieren sie eine emissions- und CO2-freie Mobilität. Herstellungswege für regenerativen Wasserstoff sind zum Beispiel die Elektrolyse mit regenerativem Strom (Wasserkraft, Wind- und Solarenergie, Geothermie) und die Biomassevergasung.
  • Onlinetool OPTIRESOURCE berechnet Energiebilanz

    OPTIRESOURCE – Energiebilanz von der Quelle bis zum Rad

    Um den Verbrauch und die CO2-Emissionen verschiedener Antriebstechnologien, Kraftstoffe und Energiequellen zu berechnen, haben wir das Onlinetool OPTIRESOURCE entwickelt. Es ermöglicht eine Betrachtung von der Energiequelle bis zum angetriebenen Rad (Well-to-Wheel). Basierend auf Studien zur ganzheitlichen Energiebilanzierung lassen sich unterschiedliche Kombinationen von Energiequellen, Kraftstoffen und Fahrzeugantrieben betrachten. Das Ergebnis zeigt die Energiebilanz der gewählten Kombination im Vergleich zu einem aktuellen Benzinfahrzeug der Kompaktklasse.

    http://www2.daimler.com/sustainability/optiresource/