Luftreinhaltung

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Bei der Produktion von Fahrzeugen entstehen in unseren Werken Luftschadstoffe, vor allem bei der Lackierung frei werdende Lösemittel (leichtflüchtige organische Kohlenstoffverbindungen, VOC). Außerdem gelangen, vornehmlich bei Verbrennungsprozessen in Feuerungsanlagen und auf Motorprüfständen, Schwefeldioxid (SO2), Kohlenmonoxid (CO), Stickoxide (NOx) und Staub in die Atmosphäre. Wir halten an dem Ziel fest, das bisher erreichte niedrige Emissionsniveau zu halten und, wo immer möglich, weiter zu senken.

Kennzahlen

In unserem Kennzahlenvergleich (Kennzahlen absolut bzw. Kennzahlen spezifisch) finden Sie weitere Angaben zu Luftschadstoffen Außerdem können Sie dort gezielt Daten der letzten Jahre nach Ihren Bedürfnissen zusammenstellen, als Grafik oder Tabelle ausgeben lassen oder in Form einer Excel-Datei herunterladen.

 

In der Pkw-Lackiertechnik ist bereits ein sehr hoher Standard erreicht, der nur noch geringe weitere Absenkungen der Emissionen ermöglicht. Durch die Einführung von Wasserbasislacken in den 1990er-Jahren konnten wir die Lösemittelemissionen in den Pkw-Werken um rund 70 Prozent senken. Wie das Beispiel UV-Lackierung für Lkw-Achsen im Werk Gaggenau oder die neue Lackieranlage bei EvoBus in Ulm zeigt, arbeiten wir intensiv daran, die Lösemittelemissionen auch im Nutzfahrzeugbereich deutlich zu reduzieren.

Im Werk Gaggenau ging bei der Achslackierung bereits 2009 eine besonders innovative Technologie in Betrieb, die sowohl die Lösemittelemissionen als auch den Energiebedarf und die CO2-Emissionen deutlich reduzierte. In der neuartigen Lackieranlage wird spezielles Lackmaterial verarbeitet, das durch den Einsatz von ultraviolettem Licht in nur 90 Sekunden statt in 30 Minuten bei 80 Grad Celsius aushärtet. Im vergangenen Jahr konnten wir diese lösemittelfreie Technik im Produktionseinsatz weiter optimieren. Die gewonnenen Erfahrungen werden wir für die Entwicklung zukünftiger Lackieranwendungen nutzen.

UV-Lackierung in Gaggenau

Schnell und umweltfreundlich:
UV-Licht zur Lackaushärtung erstmals in Serie

Eine der Hauptursachen für Luftverunreinigungen in der Automobilproduktion sind die Lösemittel­emissionen (VOC, Volatile Organic Compound), die bei Lackiervorgängen entstehen. Anlässlich gesetzlicher Auflagen zur Reduktion dieser Schadstoffe hatte sich das Mercedes-Benz Werk Gaggenau zum Ziel gesetzt, die Grenzwerte nicht nur zu unterbieten, sondern mit einer neuartigen Technologie auch weitere Umweltaspekte des Lackierprozesses zu verbessern. Als Ergebnis des 2005 gestarteten Projektes läuft in Gaggenau seit 2009 eine komplett VOC-freie UV-Lackieranlage, die seit Januar 2011 die Lackierumfänge der Altanlage vollständig übernommen hat.

Das Projekt setzte bei der Lackierung von Außenplanetenachsen für Lkw an, da hier bislang 80 Prozent der gesamten Lösemittelemissionen des Werkes Gaggenau entstanden – so waren es im Jahr 2008 noch etwa 78 Tonnen. Ein interdisziplinär zusammengesetztes Expertenteam prüfte zwei Varianten zur Reduktion der Schadstoffe: die als Hydrolacke bekannten wässrigen Beschichtungsstoffe sowie die sogenannten UV-härtenden Lacke. Den entscheidenden Durchbruch erreichte man durch die Umstellung auf die UV-härtenden Lacke, die außerdem die Eigenschaften von Grundierung und Decklack in nur einer Schicht vereinen. Während konventionelle Lacke bei Temperaturen von 80 Grad Celsius etwa 30 Minuten zum Trocknen benötigen, kann ein UV-Lack fotochemisch, nur unter Einwirkung von UV-Strahlung, innerhalb von weniger als 90 Sekunden aushärten. Dadurch reduzieren sich auch der Energiebedarf und die damit verbundenen CO2-Emissionen drastisch.

Bei der Anpassung der Lackierprozesse stand das Projektteam vor großen Herausforderungen: Es galt eine Lackieranlage für sehr große wie auch geometrisch sehr komplexe Bauteile zu entwickeln. Zudem musste die Qualität der Lackschicht höchsten Ansprüchen in Bezug auf Korrosionsschutz, die Vermeidung von Steinschlagschäden sowie Witterungsbeständigkeit genügen. Zusammen mit dem Lacklieferanten und dem Anlagenhersteller hat das Projektteam diese Anforderungen in einem weltweit einmaligen Lackierprozess verwirklicht. Nach der gelungenen Umsetzung im Werk Gaggenau haben sich bereits weitere Anwendungsmöglichkeiten im Konzern eröffnet.

Die Vorteile der UV-Lacktechnologie gegenüber dem aktuellen Serienstand sowie der alternativen Wasserlacktechnologie wurden im Rahmen einer ganzheitlichen Ökobilanzierung betrachtet und sind:

  • Übererfüllung der VOC-Richtlinie und Zero-Emissionen,
  • etwa 24 Prozent Energieeinsparung gegenüber Alternativverfahren,
  • pro Jahr etwa 900 Kubikmeter weniger belastetes Abwasser,
  • keine direkte Erzeugung und Emission von CO2 wie beim herkömmlichen Lackierprozess (durch thermische Lacktrocknung und Abluftbehandlung),
  • Prozesszeitverkürzung durch Aushärten der Beschichtung in 90 Sekunden,
  • Reduzierung von Anlagenfläche und -volumen,
  • optimierte Lackierqualität,
  • Senkung der Stückkosten im Vergleich zur Alternative Wasserlack.

 

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