Ausbildung
Die betriebliche Ausbildung ist für uns eine Investition in die Zukunft unseres Unternehmens. Deshalb bauen wir die zukunftsorientierten Ausbildungsberufe weiter aus. Gleichzeitig haben wir unsere Ausbildungszahlen dem aktuellen Bedarf angepasst. Ende 2010 beschäftigte Daimler weltweit 8.841 Auszubildende (2009: 9.151, 2008: 9.603, 2007: 9.300). In Deutschland haben wir insgesamt 2.034 Auszubildende (2009: 2.341, 2008: 2.500, 2007: 2.600) eingestellt.
Das Daimler-Ausbildungssystem (DAS). Das 2008 eingeführte Daimler-Ausbildungssystem (DAS) ermöglicht es unseren Mitarbeitern, auch zukünftige Anforderungen flexibel zu meistern. Ziel des DAS ist es, die hohe Qualität und Effizienz der Berufsausbildung der Daimler-Werke in Deutschland zu sichern und technische Neuerungen schnell in die Ausbildung einfließen zu lassen. Für die technischen Berufsbilder ist das DAS abgeschlossen. Aktuell erweitern wir das System für die kaufmännische Berufsausbildung der Daimler-Werke sowie für die Bereiche Sales & Financial Services der Daimler AG. Auf Basis des DAS haben wir zudem eine Datenbank für die internationale Berufsausbildung aufgebaut, das Daimler Vocational Training System (DVTS).
Dem Daimler-Ausbildungssystem (DAS) liegt das Modell der vollständigen Handlung zugrunde. Es gliedert sich in die Schritte Information, Planung, Entscheidung, Ausführung, Kontrolle und Bewertung. Dabei erhalten die Auszubildenden Arbeitsaufträge und Leitfragen zur Planung der einzelnen Aufgabenschritte in einem Arbeitsfolgeplan. Situative Gespräche mit den Ausbildern helfen ihnen, ihre Entscheidungsfähigkeit und ihr Handeln zu reflektieren und zu optimieren. Hierbei bringen wir ihnen unterschiedliche Methoden des Lernens nahe: Sie arbeiten im Rahmen von Projekt- oder Realaufträgen, lernen in Kleingruppen und recherchieren eigenständig Informationen.
Ein integraler Bestandteil des DAS ist das Daimler-Ausbildungsportal (DAP), eine Arbeits- und Kommunikationsplattform für unsere Auszubildenden und Ausbilder. Derzeit befindet es sich im Projektstatus.
Internationale Ausbildungsarbeit. Im Rahmen unserer internationalen Ausbildungsarbeit unterstützen wir unsere Ausbildungszentren in aller Welt mit Ausbildungsmaterialien, -methoden und Qualifizierungsprogrammen für die Ausbilder. Von dieser Arbeit profitieren nicht nur unsere ausländischen Partner und deren Kunden, sie leistet auch einen wertvollen sozialen und gesellschaftlichen Beitrag in Ländern wie China, Saudi- Arabien und Sri Lanka.
- Saudi-Arabien: Die saudische Regierung hat ein Programm zur Integration junger Saudis in die Privatwirtschaft aufgelegt. Gemeinsam mit unserem Generalvertreter in Saudi-Arabien, der E. A. Juffali & Brothers Ltd., unterstützen wir dieses Vorhaben durch den Bau eines neuen Ausbildungszentrums in Jeddah.
- Sri Lanka: Nach der Befriedung der nordöstlichen Provinzen in Sri Lanka hat unser Generalvertreter Dimo (Diesel and Motor Engineering Company) mit unserer Unterstützung in Jaffna ein weiteres Ausbildungszentrum errichtet. Seit einem Jahr werden dort jährlich 16 Kfz-Mechaniker ausgebildet.
- China ist der bedeutendste Absatzmarkt für die S-Klasse – und auf dem Weg, der größte Automobilmarkt der Welt zu werden. Um sicherzustellen, dass die Wartungs- und Pflegeintervalle unserer Fahrzeuge eingehalten werden, brauchen unsere chinesischen Niederlassungen qualifizierte Kräfte. Damit gewinnt der Ausbildungsberuf des Kfz-Mechatronikers weiter an Bedeutung. Zusätzlich zu den drei bestehenden Ausbildungsstandorten Peking, Shanghai und Guangzhou planen wir daher Ausbildungsstätten in acht weiteren Städten.
Grüne Technologien setzen Trends in Ausbildung und Qualifizierung
Grüne Technologien prägen heute den automobilen Fortschritt. Daimler will den Wandel hin zu umweltverträglicheren Fahrzeugen aktiv mitgestalten und sich technologisch an die Spitze der Entwicklung setzen. Dies kann nur gelingen, wenn wir unsere Mitarbeiter intensiv auf die neuen Anforderungen vorbereiten.
Die Kompetenzsicherung im Bereich grüner Technologien hat für uns deshalb höchste Priorität. Um hierfür praxisgerechte Lösungskonzepte zu erarbeiten, analysieren wir die Konsequenzen der Entwicklung hin zur „grünen“ Mobilität und leiten daraus Kompetenzanforderungen an unsere Beschäftigten ab. Auf dieser Basis planen wir, von 2010 bis 2013 rund 32.000 Mitarbeiter in Deutschland und weitere 21.000 im gesamten Konzern bedarfsgerecht zu qualifizieren. Das betrifft Spezialisten im Entwicklungsbereich genauso wie Auszubildende und Studenten der dualen Hochschulen.
Um unseren Mitarbeitern in Forschung und Entwicklung ein hohes Kenntnisniveau auf dem Gebiet grüner Technologien zu vermitteln, stellen wir umfangreiche Ressourcen für Qualifizierungsmaßnahmen bereit. Mit über 40 Veranstaltungen und mehr als 3.000 Teilnehmern haben wir 2010 erfolgreich begonnen, unsere „grünen“ Forschungs- und Entwicklungskompetenzen weiter auszubauen.
Im Ausbildungsbereich sind die Ausgangsbedingungen recht unterschiedlich. So ist in Werken wie Sindelfingen, wo der S 400 Hybrid gebaut wird, vieles schon Routine, qualifizierte Montagearbeiter sind im Einsatz. In anderen Werken steht die Veränderung dagegen erst an. Um sie voranzutreiben, haben wir bedarfsgerechte und pragmatische Lösungen entwickelt.
So können sich Auszubildende neben ihrem regulären Abschluss zum Beispiel zur „Fachkraft für Hochvolt-Systeme in Kraftfahrzeugen“ qualifizieren lassen. Möglich macht dies ein standardisiertes Konzept, das in das Daimler-Ausbildungssystem (DAS) integriert wurde. Der „Berufemix“ für die technische Ausbildung wird an unseren Standorten gezielt weiter entwickelt. In diesem Zusammenhang erhöhte sich der Anteil unserer Ausbildungsplätze in Elektro- und elektromechanischen Berufen im Jahr 2010 auf knapp 50 Prozent.
Außerdem haben wir 2010 im Rahmen des DAS ein neues, flexibles Qualifizierungskonzept zu grünen Technologien eingeführt. Es vermittelt den Auszubildenden das nötige technische Hintergrund- und Sicherheitswissen für die Produktion der neuen Antriebssysteme von Mercedes-Benz. Parallel dazu erweitern wir auch die technischen Studiengänge der dualen Hochschulen nach und nach um zusätzliche Module und Inhalte, die alternative Antriebe und speziell die stärkere Elektrifizierung der Fahrzeuge in den Mittelpunkt stellen.