Betrieblicher Umweltschutz

Unser betrieblicher Umweltschutz folgt einem integrierten Ansatz. Wir setzen daher bereits an den Ursachen möglicher Umweltbeeinträchtigungen an. Negative Auswirkungen unserer Tätigkeit verringern wir mithilfe effektiver Umweltmanagementsysteme und modernster Technologien. So fördern wir den Klimaschutz, schonen wertvolle Ressourcen und tragen zur Erhaltung einer lebenswerten Umwelt bei – an unseren Standorten und darüber hinaus.

Unseren Anspruch einer umfassenden Umweltvorsorge haben wir in den Umwelt- und Energieleitlinien des Daimler-Konzerns formuliert. Detaillierte Vorgaben für das konzernweite Umweltmanagementsystem sind im Umweltmanagementhandbuch festgelegt. Hinzu kommen interne Standards, beispielsweise zum Umgang mit Gefahrstoffen, zum Abfallmanagement und zur Vermeidung von Boden- und Grundwasserverunreinigungen.

Organisation. Im Auftrag des Daimler-Vorstands vertritt der Vorstand Konzernforschung & Entwicklung Mercedes-Benz Cars die Umweltschutzanliegen des Konzerns. Verschiedene Organisationseinheiten sorgen für eine zentrale Steuerung, Vernetzung und Kommunikation der Umweltbelange:

  • Der Konzern-Umweltbevollmächtigte koordiniert als Beauftragter des Vorstands das konzernweite Umweltmanagement und berät die Unternehmensleitung in Umweltfragen.

  • Der Konzernumweltschutz nimmt die damit zusammenhängenden operativen Aufgaben des übergreifenden konzernweiten Umweltmanagements wahr. Dazu gehören die Analyse gesetzlicher Anforderungen, die Definition und Weiterentwicklung von Umweltschutzstandards, die Umweltberichterstattung und das produktionsbezogene Umweltschutzrisikomanagement.

  • Regionale Gremien in Europa, Asien, Nord- und Südamerika sorgen dafür, dass lokale und regionale Besonderheiten im produktionsbezogenen Umweltschutz berücksichtigt und in Abstimmung mit dem Konzernumweltschutz und dem Konzern-Umweltbevollmächtigten zielgerichtet gesteuert werden.

Schulung. In Sensibilisierungs- und Schulungsprogrammen bilden wir Mitarbeiter und Führungskräfte regelmäßig zu praxisbezogenen Themen des betrieblichen Umweltschutzes und zu Fragen der Umweltverantwortung fort. Außerdem schulen wir unsere Auditoren, die die Umweltmanagementsysteme unserer Werke überprüfen. „Refresher-Kurse“ zum Umweltmanagement bieten Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch.

Steuerung. Um Umweltrisiken bereits im Vorfeld auszuschließen oder einzudämmen, prüfen wir unsere Standorte regelmäßig nach weltweit einheitlichen Standards. Lieferanten müssen unsere Nachhaltigkeitsanforderungen erfüllen. Auch erwarten wir von ihnen, dass sie ein zertifiziertes Umweltmanagement nach ISO14001, EMAS oder vergleichbaren Standards einsetzen. Zusätzlich haben wir in unseren Mercedes-Benz Lastenheften Anforderungen an die Umweltverträglichkeit gelieferter Bauteile definiert. Vorgaben zur Materialauswahl, zu Stoffverboten und Recyclinganforderungen sowie zur Einhaltung von Umweltschutzgesetzen sind zudem auch in den Mercedes-Benz Vertragsbedingungen enthalten.

  • Umweltrisikoanalyse

    Unser Audit- und Bewertungssystem zur Umweltrisikoanalyse bewährt sich bereits seit 15 Jahren. Seit der Einführung im Jahr 1999 haben wir es kontinuierlich weiterentwickelt. Das Verfahren beinhaltet eine systematische Bewertung des Umweltmanagementsystems und aller umweltrelevanten Prozesse: Emissionen in die Luft und ins Abwasser, Abfallmanagement, Umgang mit Gefahrstoffen sowie Beeinträchtigungen von Boden und Grundwasser.

    Ein Team von Auditoren besucht dazu in festgelegten Zeitabständen alle Daimler-Standorte – auch jene, die wir in Mehrheitsbeteiligungen mit Partnern betreiben. Die Spezialisten führen ausführliche Interviews sowie Werksbegehungen durch. Die Ergebnisse werden in Berichten an die Leiter der Produktionsstandorte dokumentiert und in „Summary Reports“ für das Topmanagement zusammengefasst.

    Im Jahr 2014 haben wir neue IT Werkzeuge für die Umweltrisikoanalyse eingeführt. Außerdem wurden die Themenfelder überarbeitet und die Berichtsform übersichtlicher gestaltet. Neben der Bewertung von Umweltrisiken dient der Prozess auch dem Austausch über Best-Practice-Beispiele. Letztere fließen in die Daimler-Standards ein, die als interne Richtlinien zu den Themen Boden- und Grundwasserschutz, Umgang mit Gefahrstoffen sowie Schutz vor Kontamination von Oberflächenwasser weltweit gültig sind.

Nachhaltigkeitsanforderungen für Lieferanten

Zertifizierung. Unsere Produktionsstandorte sind weltweit nach ISO14001 zertifiziert und werden regelmäßig auf die Anforderungen dieses Umweltmanagementsystems hin auditiert. Damit arbeiten über 98 Prozent aller Daimler-Mitarbeiter im Rahmen eines zertifizierten Umweltmanagement­systems. Zusätzlich besitzen fast alle deutschen Standorte das Zertifikat nach der EU-Umweltauditverordnung EMAS. Außerdem wurden bereits an 18 Standorten – einschließlich der großen Werke – Energiemanagementsysteme nach ISO 50001 zertifiziert.

  • Umwelterklärungen der Daimler-Werke

    Über die Zertifizierung der Umweltmanagementsysteme nach ISO 14001 hinaus beteiligen sich alle deutschen Produktionsstandorte der Daimler AG sowie die Standorte Neu-Ulm und Mannheim der EvoBus GmbH, der im französischen Hambach gelegene smart Produktionsstandort und das neue Werk im ungarischen Kecskemét freiwillig am europäischen Öko-Audit-System (EMAS).

    Die von unabhängigen Gutachtern validierten Umwelterklärungen dieser Standorte geben Auskunft über alle wichtigen standortbezogenen Umweltdaten, Umweltziele und Maßnahmen sowie den jeweiligen Stand der Umsetzung.

    Alle drei Jahre werden Umwelterklärungen veröffentlicht. In der Zwischenzeit erstellen wir für die jährliche Umweltstatistik „aktualisierte Umwelterklärungen“. Letztere dienen auch der Berichterstattung darüber, inwieweit das Umweltprogramm umgesetzt und Änderungen im Umweltmanagementsystem vorgenommen wurden. Für die einzelnen Standorte gelten unterschiedliche Termine zur Vorlage von Umwelterklärungen.

    Alle Umwelterklärungen unserer Werke finden Sie hier.

Kosten des Umweltschutzes. Unsere Investitionen in Umweltschutzanlagen und Anlagen mit integriertem Umweltschutz beliefen sich 2014 auf rund 108 (Vorjahr: 140) Mio. Euro, wobei die Maßnahmen des integrierten Umweltschutzes nicht immer klar zu separieren sind. Die laufenden Aufwendungen im Umweltschutz für Personal, Betrieb und Entsorgung lagen bei rund 432 (Vorjahr: 432) Mio. Euro. Für umweltschutzbezogene Entwicklungsprojekte wie alternative Antriebe, moderne Abgasnachbehandlungstechnologien und Effizienzsteigerungen beim Fahrzeug haben wir konzernweit rund 2,4 (Vorjahr: 2,5) Mrd. Euro aufgewendet.

Grundlagen der Datenerfassung. Bei der Erfassung der Umwelt- und Energiedaten berücksichtigen wir alle relevanten Standorte, die mehrheitlich zur Daimler AG gehören. Details zu Ansatz und Vorgehen finden Sie im Internet.

  • Datenübersicht und Details zur Datenerfassung

    Interaktive Datenübersicht zum Umweltschutz in der Produktion

    Mithilfe unseres Online-Kennzahlenvergleichs können Sie Daten der letzten Jahre nach Wunsch zusammenzustellen. Die Kennzahlen lassen sich als Grafik oder Tabelle darstellen und auch in Form einer Excel-Datei herunterladen.

    Absolute Kennzahlen – Ökologie
    Spezifische Kennzahlen – Ökologie

    Wie wir unsere Umweltdaten erfassen und darstellen

    Ressourcenverbrauch und Emissionen hängen größtenteils von der Produktionsmenge ab. Daher berechnen wir spezifische Werte für die einzelnen Geschäftsfelder. Hierzu wird die Stückzahl der in den konsolidierten Werken produzierten Fahrzeuge des Geschäftsfeldes auf die entsprechenden Daten der Produktionswerke bezogen. Seit der Neuorganisation der Geschäftsfelder im Nutzfahrzeugbereich erheben wir die spezifischen Werte der Bereiche Trucks, Vans und Buses jeweils gesondert. Um konsistente Zeitreihen zu erhalten, wird diese Aufteilung, soweit möglich, auch in die Vergangenheit zurückgerechnet.

    Die so gewonnenen spezifischen Daten können nur Orientierungswerte darstellen, denn sie berücksichtigen nicht die Entwicklung der Produktionstiefe, die Produktvielfalt und die Besonderheiten des teilweise geschäftsfeldübergreifenden Produktionsverbundes.

    Die Umwelt- und Energiedatenerfassung bezieht alle relevanten Produktionsstandorte ein. Dazu zählen auch die Zentrale und die Entwicklungsbereiche, die mehrheitlich zur Daimler AG gehören, das Zentrallager in Germersheim einschließlich zugehöriger Außenlager sowie die Vertriebsstandorte der Daimler AG in Deutschland. Im Jahr 2013 wurden die Batterieproduktion in Kamenz (Deutschland) und die Aggregatewerke in Toluca (Mexiko), Cugir und Sebes (beide Rumänien), Most (Tschechien) und Maribor (Slowenien) sowie der Montagestandort Ho-Chi-Minh-Stadt (Vietnam) erstmals konsolidiert. 2014 kamen Energiedaten aus weiteren 12 europäischen Busvertriebsstandorten hinzu. Einzelne Verwaltungsstandorte außerhalb von Produktionsstandorten und die Standorte der Daimler Financial Services bleiben unberücksichtigt.
  • Berechnung von CO2-Emissionen

    Wie wir unsere CO2-Emissionen berechnen

    Daimler berechnet und dokumentiert CO2-Emissionen in Anlehnung an den Corporate Accounting and Reporting Standard 2004 der Greenhouse Gas Protocol Initiative. Dabei berücksichtigen wir alle relevanten Mehrheitsbeteiligungen des Konzerns zu jeweils 100 Prozent (Control Approach).

    Erfasst werden sämtliche CO2-Emissionen aus stationären Quellen (Scope 1) sowie die indirekten Emissionen aus der Erzeugung des eingekauften Stroms und der Fernwärme (Scope 2). Unsere direkten Emissionen aus der Verbrennung von Kraftstoffen, Heizöl, Erdgas, Flüssiggas und Kohle berechnen wir mit festen Faktoren gemäß dem World Business Council for Sustainable Development (WBCSD) oder der deutschen Emissionshandelsstelle, DEHSt.

    Die Verbrennung von Kraftstoffen haben wir erstmals bei der Berechnung der konzernweiten CO2-Emissionen im Berichtsjahr 2010 berücksichtigt. Eingeschlossen ist der Verbrauch für Produktionszwecke (z. B. Gabelstapler) und für Prüfstände in der Entwicklung. Persönlich zugeordnete Dienstwagen werden nicht berücksichtigt. Soweit Daten verfügbar sind, bezieht sich die Berechnung auch auf die Vorjahre.

    Die indirekten Emissionen von Fernwärme und Strom aus externer Erzeugung errechnen wir zeitlich und regional differenziert. Sofern keine genaueren Daten vorliegen, ziehen wir dabei die aktuellen Faktoren der Internationalen Energieagentur (IEA) heran. In den USA wenden wir die von der EPA veröffentlichten Faktoren für die Stromerzeugung an. Für deutsche Standorte werden die CO2-Emissionen der Stromerzeugung aus den geltenden Faktoren des Umweltbundesamtes berechnet, wobei der Stromhandelssaldo unberücksichtigt bleibt.

    Um unsere produktionsbedingten Kohlenstoffemissionen zu verringern und unsere Energieversorgung weiter zu verbessern, investieren wir nicht nur in Anlagen wie etwa Blockheizkraftwerke innerhalb unserer Werke, sondern optimieren auch den Energiebezug von außen. So beziehen wir seit 2011 Grünstrom und haben ein hocheffizientes, in Kraft-Wärme-Kopplung betriebenes Gas-und-Dampf-Kombikraftwerk (GuD Plattling) gepachtet. Den dort gewonnenen Strom verteilen wir auf unsere deutschen Werke. Dementsprechend werden die aus der Stromerzeugung in Plattling stammenden CO2-Emissionen, berechnet mit dem kraftwerksspezifischen CO2-Faktor, auf die Werke umgelegt.

    Andere Treibhausgase berechnen wir zurzeit nicht konzernweit. Wie die Bilanzierung der klimawirksamen Kältemittel in deutschen Werken zeigt, entfällt auf diese jedoch lediglich ein zu vernachlässigender Anteil im Promillebereich.

    Weitere indirekte CO2-Emissionen aus eingekauften Dienstleistungen und Vorleistungen (Scope 3) berechnen wir beispielhaft für Dienstreisen und Lkw-Zulieferungen. Die CO2-Emissionen der Produktnutzungsphase geben wir als spezifische Emissionen für die Fahrzeuge an.