Abfall- und Ressourcenmanagement

Das Wiederaufbereiten und Wiederverwenden von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen ist in unseren Werken seit Jahren selbstverständlich. Aufgrund von Sondereinflüssen (siehe nachfolgende Tabelle) ist die Recyclingquote 2014 auf 85 Prozent gesunken. Modernste technische Verfahren und eine umweltgerechte Produktionsplanung ermöglichen es darüber hinaus, Abfälle von vornherein zu vermeiden. Um unserer besonderen Verantwortung als Abfallerzeuger nachzukommen, prüfen wir die Entsorger unserer Produktionswerke regelmäßig nach einem festgelegten Verfahren. Abfallexporte in andere Länder finden nicht statt.

  • Innovatives Verfahren minimiert Abfallmengen

    Rohe Karosserien müssen vor der Lackierung von Rückständen der Metallbearbeitung gereinigt werden. Dazu verwendet man Reinigungsbäder, in denen Schmutzpartikel, anhaftende Öle und Fette mithilfe von Tensiden gelöst werden. Um ein solches Reinigungsbad möglichst lang benutzen zu können, müssen die in ihm gelösten Rückstände wieder aus der entstandenen Emulsion herausgefiltert werden. Dies geschah bisher durch Ultrafiltration. Weil dabei Hochdruckpumpen eingesetzt werden, ist diese Methode jedoch sehr energieaufwendig. Überdies ist sie wartungsintensiv. Denn die Filter halten auch einen Teil der Tenside zurück, sodass diese ständig nachdosiert werden müssen. Hinzu kommt, dass die abgeschiedene Emulsion schließlich als gefährlicher Abfall beseitigt werden muss.

    Das Werk Rastatt hat deshalb eine neue Technik eingeführt, die sogenannte demulgierende Reiniger verwendet. Diese Tenside können zwar weniger Öl aufnehmen, machen den Prozess aber insgesamt deutlich umweltfreundlicher. Sie führen dazu, dass die abgetrennten Schmutzpartikel, Öle und Fette auf der Oberfläche schwimmen und mithilfe von Bandfiltern und sogenannten Flotationsbehältern leicht entfernt werden können.

    Das neue Verfahren vermeidet jährlich 1.800 Kubikmeter Abwasser. Zudem müssen infolge des hohen Ölabscheidegrades nur noch rund 20 Tonnen Altöl im Jahr zur stofflichen Verwertung abgegeben werden – zuvor waren es 100 Tonnen eines Tensid-Öl-Wassergemischs, das als gefährlicher Abfall zu entsorgen war. Durch den Wegfall der Ultrafiltration hat sich überdies der jährliche Energieverbrauch um 390 MWh verringert, womit etwa 170 Tonnen CO2 weniger emittiert werden. Zudem werden weniger Chemikalien benötigt und die vollautomatische Steuerung des Prozesses reduziert den Wartungsaufwand. All dies führt dazu, dass unterm Strich auch die Betriebskosten deutlich niedriger sind.

 

Abfallmengen
  2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
in 1.000 t              
               
Abfall zur Beseitigung 69 43 64 68 65 74 82
Abfall zur Verwertung (ohne Schrott) 228 144 191 214 254 222 232
Schrott zur Verwertung 751 544 698 790 778 821 863
Gefährlicher Abfall
zur Beseitigung
19 25 32 17 22 42 116
Gefährlicher Abfall
zur Verwertung
60 44 52 63 66 68 70
Die Zunahme zu beseitigender gefährlicher Abfälle geht auf eine Umklassifizierung von Gießereialtsanden zurück. Maßnahmen um diese zu verringern wurden eingeleitet.

Ressourcenmanagement. Als Unternehmen einer materialintensiven Industrie haben wir den Anspruch, den Rohstoffeinsatz sorgfältig zu planen und begrenzte Ressourcen möglichst sparsam einzusetzen. Einen großen Teil der in unseren Fahrzeugen enthaltenen Materialien beziehen wir als Bauteile von Zulieferern. Deren Umweltauswirkungen gehen nicht direkt in unsere betriebliche Umweltbilanz ein. Wir berücksichtigen sie aber in der ganzheitlichen Bilanzierung bei Produktentwicklung und Materialauswahl. Mit dieser Bilanzierung, die wir bisher für unsere Pkw-Baureihen einsetzen, rechnen wir den gesamten Materialeinsatz in der Produktionskette hoch, wobei auch die Abfallströme berücksichtigt werden. Die Größe und Komplexität des Daimler-Konzerns erlaubt kein genaueres Eingehen auf Stoffströme im Rahmen der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Details zu den einzelnen Baureihen finden sich jedoch in der jeweiligen Life-Cycle-Berichterstattung.

Thema "Zukunftsfrage Ressourcenschonung“: PDF-Datei (5,4 MB)

Produktentwicklung und Materialauswahl

 

Materialbilanz der hergestellten Fahrzeuge
  2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
in Mio. t              
               
Metallwerkstoffe 3,9 2,7 3,4 3,9 4,0 4,4 4,7
Sonstige Werkstoffe 1,1 0,8 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4
Die Bilanz basiert auf bekannten Materialzusammensetzungen repräsentativer Fahrzeuge, multipliziert mit den Verkaufsstückzahlen. Als hochgerechnete Konzernbilanz birgt sie größere Ungenauigkeiten.

Durch effiziente Technologien reduzieren wir den Einsatz knapper Ressourcen auf das unerlässliche Minimum. Das stoffliche Recycling am Ende der Produktlebenszeit planen wir bereits in der Entwicklung mit ein. In großem Umfang arbeiten wir zudem Gebrauchtteile auf. Dies bringt wirtschaftliche Vorteile für die Kunden und schont die Ressourcen.

Thema „Remanufacturing“: PDF-Datei (5,4 MB)

Recycling von Komponenten der Elektromobilität