Luftreinhaltung

Bei der Fahrzeugherstellung werden vor allem Lösemittel (leicht flüchtige organische Kohlenstoffverbindungen, VOC) frei. Daneben gelangen Schwefeldioxid (SO2), Kohlenmonoxid (CO), Stickoxide (NOx) und Staub in die Atmosphäre. Die Ozonschicht schädigende Stoffe werden nur noch in geringen Restmengen emittiert, seitdem wir fast nur noch für die Ozonschicht unschädliche Kältemittel verwenden. Die Lösemittelemissionen haben wir als Vorreiter bei der Einführung weitgehend lösemittelfreier Lacksysteme in den letzten Jahrzehnten bereits drastisch verringert; insbesondere bei Mercedes-Benz Cars sind wir Benchmark im Wettbewerbsvergleich. Durch neueste Technologien vor allem bei der Lackierung von Nutzfahrzeugen und Aggregaten schöpfen wir weitere Reduktionspotenziale aus.

  • Absolute VOC-, CO-, SO2-, NOX-Emissionen

    Emissionen in die Luft: CO, SO2, NOX in Tonnen (EN 20)    
        2011 2012 2013 2014
    Lösemittel (VOC) t 6.355 6.618 6.907 6.547
    Schwefeldioxid (SO2) t 55 55 72 76
    Kohlenmonoxid (CO) t 2.636 2.766 2.336 2.813
    Stickoxide (NOX) t 869 958 1.012 1.005
  • Emissionsvermeidung in der Gießerei

    Neuartiges Verfahren verhindert Emissionen

    In der Aluminiumgießerei verwendet man neben festen äußeren Gussformen auch sogenannte Sandkerne. Sie werden nach dem Erstarren des Metalls herausgeklopft und sorgen so für die erforderlichen Hohlräume in einem Gussteil. Um einen solchen Kern herzustellen, mischte man früher Sand mit einem organischen Bindemittel und härtete das Gemisch mit einem Katalysator aus – ein Verfahren mit Nebenwirkungen. Denn durch die verwendeten organischen Bindemittel entstehen während der Kernfertigung wie auch beim Abguss unangenehm riechende Emissionen. Umfangreiche Anlagen zur Abluftreinigung sind nötig, um Mitarbeiter und Nachbarschaft davor zu schützen.

    Für die Gießerei in Esslingen-Mettingen gilt dies nicht mehr. Seit 2013 verwendet man dort ein anorganisches Bindersystem auf Basis von Wasserglas. Dabei werden die Kerne nicht mehr durch chemische Reaktion, sondern durch Trocknung ausgehärtet. Das Ergebnis: Es entstehen praktisch keine organischen Schadstoffe mehr. Bei der Kernherstellung gingen die Emissionen um 99 Prozent, beim Guss um 96 Prozent zurück.

    Mit jedem neuen Produkt treibt die Gießerei nun die Umstellung auf das innovative Verfahren weiter voran. Dafür sind umfangreiche Investitionen in neue Anlagen nötig. So braucht man für die Kernfertigung nunmehr beheizte Formen, und auch die Anlagen zum Entkernen und für die Sandregenerierung müssen aufwendig angepasst werden. Andererseits werden die zuvor benötigten Abluftreinigungsanlagen nach der vollständigen Umstellung überflüssig und die – künftig nur noch mit Trockenfiltern zu entstaubende – Abluftmenge reduziert sich auf weniger als die Hälfte. Das bedeutet erhebliche Einsparungen an Energie, Wasser, Abfall und Wartungsaufwand.

    Am meisten aber werden in Zukunft die Mitarbeiter und die Nachbarn des Werks profitieren: Der trotz ausgefeilter Filtertechnik bislang manchmal noch wahrnehmbare Gießereigeruch ist dann Vergangenheit.
Spezifische Lösemittelemissionen (VOC) pro Fahrzeug
Spezifische Lösemittelemissionen (VOC) pro Fahrzeug